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Tausende Liter Öl ausgelaufen

Quelle: DRK Niebüll

Ein Ölunfall hat gestern Morgen rund 100 Einsatzkräfte in Niebüll im Gewerbegebiet Süd gefordert. Aus einem Tanklastzug liefen auf dem Gelände eines ölverarbeitenden Betriebs rund 8000 bis 10 000 Liter Spindelöl aus. Dieser Schmierstoff findet unter anderem in der Industrie Anwendung. Neben den Freiwilligen Feuerwehren Niebüll-Deezbüll und Langstoft waren unter anderem THW, DRK Nordfriesland und Polizei vor Ort, um den Schaden zu beseitigen. Der Einsatz dauerte bis 15 Uhr.

Der Zwischenfall wurde gegen 8.45 Uhr bemerkt. Aus noch ungeklärter Ursache war beim Befüllen des Tanklastwagens vor einer Halle die Außenhaut des Tanks geborsten. „Das war mit Sicherheit kein alltäglicher Einsatz“, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Felix Pfeiffer. Bei der Alarmierung habe es noch geheißen, ein 30 000-Liter-Öltank sei geplatzt, berichtete Pfeiffer weiter. Vor Ort zeigte sich dann, dass die vordere Kammer des Tanks aufgeplatzt und rund ein Drittel der möglichen Gesamtladung ausgelaufen war. Der Tankwagen habe direkt vor einer Halle auf dem Gelände des Betriebes gestanden. Pfeiffer: „Ein Großteil der Ladung ist in einem Schwall in die Halle gelangt und in einen Ölabscheider gelaufen. Zudem haben wir und auch die Mitarbeiter der Firma mit großen Mengen Bindemittel auf dem Gelände gearbeitet, so wurden Teile des Öls umgehend aufgesaugt.“ Rund 3000 bis 5000 Liter allerdings – die genaue Zahl lässt sich Pfeiffer zufolge schwer beziffern – gelangten über Gullys auf dem Hofplatz in die Kanalisation und von da aus weiter in einen naheliegenden Bach sowie ein Regenrückhaltebecken. Die Feuerwehr legte Sperren, um größere Schäden zu verhindern. Das Öl auf dem Wasser wurde laut Pfeiffer in Zusammenarbeit von Feuerwehr und THW mit Spezialvlies so weit wie möglich aufgesogen. Zudem wurden mit einem zweiten Tankfahrzeug die ausgelaufenen Ölmengen wieder abgepumpt. „Später haben wir die Einsatzstelle nach Rücksprache mit der Polizei an die Ölwehr des THW übergeben“, sagte Pfeiffer nach Ende des Einsatzes. Die Verschmutzung sei so gut wie möglich gebannt worden.

Verletzt wurde niemand. Die Polizei übernahm noch vor Ort die Ermittlungen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Flensburg wurde ein KFZ- Sachverständiger zur Klärung der Unfallursache hinzugezogen.

„Mein Gefühl ist, dass wir Glück im Unglück gehabt haben“, sagte Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt, der sich selbst gestern mehrmals ein Bild vor Ort gemacht hatte und die schnelle Verfügbarkeit und das rasche Handeln der Einsatzkräfte lobte. „Das Rückhaltebecken muss allerdings weiter beobachtet und die Ölsperren müssen kontrolliert werden.“ iwe/ksö/doa

 

Quelle: shz.de vom 07.07.2016

7. Juli 2016 08:47 Uhr. Alter: 2 Jahre